Fußball in Trümmern.

FC St. Pauli
im „Dritten Reich“

Eine Online-Ausstellung des FC St. Pauli-Museums

„Klare Kante gegen Rechts“: Dafür ist der FC St. Pauli heute bekannt. Doch wie verhielten sich der FCSP und seine Mitglieder in der Zeit des Nationalsozialismus? Unsere Online-Ausstellung geht dieser Frage nach. Im Mittelpunkt stehen die Lebenswege von acht Mitgliedern des FC St. Pauli.

Mit unserem 3D-Scan könnt Ihr die Ausstellung online erkunden.
Klickt einfach ins Bild um zu starten!
English version: scroll down or click here.

Football in Ruins.

FC St. Pauli
in the „Third Reich“

An online exhibition by the FC St. Pauli Museum

„Clear edge against the right“: that’s what FC St. Pauli is known for today. But how did the club and its members act during the Nazi era? Our online exhibition explores this subject. It focuses on the life stories of eight members of FC St. Pauli.

You can explore the exhibition online with our 3D scan.
Just click on the image to start!
Deutsche Fassung: Nach oben scrollen oder hier klicken.

Kein Fußball den Faschisten!

Diese Online-Ausstellung versteht sich als Teil eines Projekts, das uns alle angeht. Denn der FC St. Pauli mit klarer Kante gegen Rechts ist keine Selbstverständlichkeit.

„Kein Fußball den Faschisten“, prangt es 80 Meter breit an der Gegengerade. „Kein Mensch ist illegal“, erinnert die „Nord“. Aufkleber, Graffiti, Wandgemälde und unzählige Aktionen richten sich gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus.

„FC St. Pauli gegen Rechts“: Das ist ein Prozess, an dem alle beteiligt sind, die der FCSP interessiert.

Was für den FC St. Pauli gilt, gilt auch für die Gesellschaft im Ganzen.

 

Ein Blick in die USA, die Türkei und andere Staaten, aber auch vor unsere eigene Haustür in Deutschland erinnert daran, dass Demokratie mit all ihren Handlungsoptionen keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein gesellschaftlich erkämpfter und letztlich fragiler Zustand. Er kann gewonnen werden. Aber auch verloren.

Schweigen oder Mundaufmachen, Handeln oder Ignorieren? Wenn es gilt, Position zu beziehen, hat jeder und jede die Wahl. Im Kleinen und im Großen.

Wer diese Wahl nicht nutzt, riskiert, dass es eines Tages keine Wahl mehr gibt.

 
 

Fußball in Trümmern. FC St. Pauli im „Dritten Reich“

Die Ausstellung „Fußball in Trümmern. FC St. Pauli im ‚Dritten Reich‘“ wurde vom 09. November 2017 bis 18. Dezember 2017 im FC St. Pauli-Museum am Millerntor gezeigt und ist nun als Online-Ausstellung hier auf www.fcstpauli-drittes-reich.de zu sehen.

Der Hauptteil der Ausstellung beginnt mit einem symbolhaften Spiel am 15. April 1945. Rund zwei Wochen vor dem Selbstmord Adolf Hitlers tragen zwei Hamburger Mannschaften das letzte Fußball-Punktspiel Deutschlands vor Kriegsende aus. Es sind der SC Victoria – und der FC St. Pauli.

Das Hintergrundbild dieser Seite (aufgenommen kurz nach Kriegsende auf dem Heiligengeistfeld) ist ein Symbol – genau wie jenes letzte Spiel am 15. April.

Denn eigentlich spielten der FC St. Pauli und seine Mitglieder schon seit 1933 Fußball in Trümmern: Was 1945 die Ruinen der Stadt waren, war 1933 die Zerstörung von Freiheit, Grundrechten und Demokratie.

Der FC St. Pauli entschied sich, mitzulaufen und weiterzuspielen. War diese Entscheidung richtig?

Welche Handlungsoptionen, welche gedachten und tatsächlichen Zwänge gab es? Welche Möglichkeiten hatten einzelnen Personen, ihr Leben im „Dritten Reich“ zu gestalten? Welche Konsequenzen hatten ihre Handlungen für den Verein, für sich selbst, für ihre Mitmenschen?

Diese Fragen behandeln wir nicht abstrakt, sondern an den Lebenswegen von acht Mitgliedern des FC St. Pauli.

Am besten macht ihr euch selbst ein Urteil. Unsere Online-Ausstellung „Fußball in Trümmern. FC St. Pauli im ‚Dritten Reich‘“ findet ihr auf der Startseite dieser Website.

Podcast "Fußball in Trümmern"

Audio-Führung durch die Ausstellung
Stimmen zu „Fußball in Trümmern“ (2017)

FC St. Pauli im „Dritten Reich“: Workshop für Schulen und Jugendgruppen

BAM! Bildung am Millerntor ist das Bildungsprojekt des FC St. Pauli-Museums. Als außerschulischer Lernort bietet BAM! Workshops der politischen Bildung für Schulklassen und Jugendgruppen an, durchgeführt von einem festen Referent:innenteam.

Im Workshop „Der FC St. Pauli und seine Rolle im ‚Dritten Reich'“ (ab Klassenstufe 9) erfahren die Schüler:innen anhand der Lebenswege verschiedener St. Paulianer, wie sich der Verein und seine Mitglieder zur Zeit des Nationalsozialismus verhielten.

Ziel ist neben der Vermittlung historischen Wissens mittels Biografiearbeit auch das Anregen zum Nachdenken über die eigenen Handlungen und daraus resultierende Konsequenzen für sich und die Gesellschaft.

Die wichtigsten Aspekte des Workshops sind:
  • Wie verhielt sich der FC St. Pauli als gesamter Verein zum NS-Regime?
  • In welchem Verhältnis standen einzelne St. Paulianer zum Nationalsozialismus?
    Wer war Opfer, Täter oder Mitläufer? (Biografiearbeit)
  • Wie wurde der FC St. Pauli, was er heute ist?
  • Welche Rolle spielt dabei die Aufarbeitung der NS-Zeit?
  • Engagement gegen Rechts beim FC St. Pauli heute

Mehr Infos und Workshop-Themen auf der BAM!-Website:
www.bildung-am-millerntor.de

„Stolpersteine erleben“: Auszeichnung in bundesweitem Ideenwettbewerb

Mit unserem Bildungsprojekt BAM! Bildung am Millerntor und unseren Partnern Generation Digitale wurden wir von 1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V. als eins von 25 bundesweiten Projekten ausgezeichnet.

Beim Ideen-Wettbewerb der „Denkfabrik“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) haben wir die KI/AR-Projektidee „Stolpersteine erleben – gegen das Vergessen“ eingereicht – und gewonnen. Die Auszeichnung bedeutet, dass 1910 e.V. für die Entwicklung von der Idee zum ausgearbeiteten Konzept eine Förderung in fünfstelliger Höhe erhält.

Mittels einer App, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) und technisch erweiterter Realität (Augmented Reality / AR) basiert, möchten wir die Geschichten zu den Stolpersteinen erzählen, indem Bilder und Informationen in der realen Umgebung der Nutzer:innen eingeblendet werden. So kämpft die App gegen das Vergessen und gegen das Leugnen historischer Fakten.

Ein wichtiger Teil der Konzeptentwicklung ist dabei auch die Vernetzung mit Personen und Organisationen, die sich bereits um die Stolpersteine verdient gemacht haben. In der nächsten Runde des Ideenwettbewerbs treten die fertig ausgearbeiteten Konzepte der 25 Projektgruppen erneut an – und die besten erhalten eine Förderung für die Umsetzung. Drückt uns die Daumen!

Holocaust-Gedenktag 2021

Aufgrund der Corona-Situation wird die jährliche Aktion des Fanladens St. Pauli zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2021 ausnahmsweise online stattfinden.

Wer Blume, Kränze oder Ähnliches am Denkmal für die Verfolgten des Nationalsozialismus vor der Südtribüne niederlegen möchte, möge das bitte bis nachmittags 16 Uhr tun, schreibt der Fanladen auf seiner Website.

Abends ab 19 Uhr werden via Zoom gleich zwei interessante Online-Vorträge angeboten:

  • Anna von Villiez spricht über das Thema „Im ‚Roten Hamburg‘ war alles nicht so schlimm? Antisemitismus in Hamburg von der Jahrhundertwende bis 1945.“
  • Patrick Gensing informiert über „Sündenböcke und Verschwörungen – Antisemitismus bei Corona-Leugnern.“

Die Zugangsdaten:
Zoom-Link: https://zoom.us/j/5363594448
Meeting-ID: 536 359 4448

Hintergrundbild: Peter Boehmer

KONTAKT

Das FC St. Pauli-Museum befindet sich in der Gegengerade des Millerntor-Stadions, rechts neben dem Fanladen St. Pauli und den Fanräumen (inkl. AFM im FC St. Pauli).

Adresse: Heiligengeistfeld 1, 20359 Hamburg.

ÖPNV: U-Bahn St. Pauli, S-Bahn Reeperbahn oder Bushaltestelle St. Pauli.

Derzeit ist das FC St. Pauli-Museum bis mindestens 07.03.2021 in der Corona-Pause. Wie ihr das Museum trotzdem unterstützen könnt, erfahrt ihr auf: www.fcstpauli-museum.de

FC St. Pauli im „Dritten Reich“

Veranstalter: 1910 - Museum für den FC St. Pauli e.V.

IMPRESSUM


1910 – Museum für den FC St. Pauli e.V.
Harald-Stender-Platz 1
20359 Hamburg

E-Mail: info[at]1910-museum.de 

Vorstand:

Sönke Goldbeck
Roger Hasenbein
Christian Hinzpeter
Rainer Klinitzki
Christoph Nagel (Kuratorium)
Michael Pahl (Vorsitz)

USt.-Identifikationsnummer:
DE290344711

Registernummer
VR 21561 (Amtsgericht Hamburg)

Design & Programmierung: beniwerth.de